Nach seiner großen Enttäuschung beim olympischen Slalom durfte sich Atle Lie McGrath beim vorletzten Weltcuprennen in dieser Disziplin über einen Sieg freuen. Er gewann in Kranjska Gora vor seinem Teamkollegen Henrik Kristoffersen und dem Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen.
Der tragische Held von Bormio, dessen Bilder von Verzweiflung und Einsamkeit nach seinem Einfädler im Finale um die Welt gegangen waren, war heute der strahlende Sieger. Wiederum stand er als Führender nach dem ersten Durchgang im Finale als Letzter am Start. Im Gegensatz zu Bormio behielt der 25-jährige die Nerven. In einem denkbar engen zweiten Durchgang setzte er sich mit 0,01 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Henrik Kristoffersen durch, was diesen sichtlich ärgerte. An der dritten Stelle landete der Sieger des gestrigen Riesenslaloms, der Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen (+0,04). Er freute sich überschwänglich mit seinem ehemaligen Teamkollegen McGrath.
Die nachlassenden Pistenverhältnisse prägten das Finale, in dem das Ergebnis des ersten Durchgangs ordentlich auf den Kopf gestellt wurde. Bemerkenswert war etwa die Leistung des Österreichers Dominik Rascher, der sich um 23 Plätze auf Rang sieben verbessern konnte. Sein Teamkollege Michael Matt steigerte sich im zweiten Lauf ebenfalls und beendete das Rennen als Neunter. Der fünfte Rang ging an den Deutschen LInus Strasser, gefolgt vom Franzosen Clément Noel. Die Entscheidung um den Slalomweltcup wird beim Weltcup-Finale in Hafjell fallen. Der heutige Sieger McGrath hat dabei die besten Karten. Er liegt 41 Punkte vor Lucas Pinheiro Braathen.
(Foto: Gepa Pictures)