Ein Ausblick

Übermorgen startet der Alpine Skiweltcup in die Saison 2026/27. Wir machen an dieser Stelle einen Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate.

Im vergangenen Jahr konnte die Österreicherin Julia Scheib das Auftaktrennen für sich entscheiden. Sie zählt auch am Samstag zu den Favoritinnen. (Foto: Gepa Pictures)

Auftakt

Die ersten Rennen der Damen und Herren finden wie gewohnt Ende Oktober am Rettenbachferner in Sölden statt. Den offiziellen Auftakt bildet am Samstag der Riesenslalom der Damen. Wie schon in den letzten Jahren sorgt der frühe Saisonauftakt für Diskussionen. Viele halten ihn angesichts des Klimawandels für nicht mehr zeitgemäß. Um dieses Thema dreht sich beispielsweise die aktuelle Folge des Podcasts Abgefahren der Salzburger Nachrichten mit Michael Smejkal und Philipp Schörghofer. Bilder aus Sölden, die in den vergangenen Wochen aufgenommen wurden, zeigten ein Kunstschneeband inmitten einer Gerölllandschaft. Das Glück liegt allerdings auf der Seite der Veranstalter: Schneefälle werden am Wochenende wohl für winterliche Bilder im Fernsehen sorgen.

Zahlen und Orte

Bis zum 25. März 2027, an dem der Weltcupwinter mit zwei Slaloms in Sun Valley endet, werden 40 Rennen der Damen und 43 der Herren ausgetragen. Diese finden größtenteils an bekannten Orten statt. Ganze 15 Weltcuprennen sind in Österreich geplant. Dort finden Ende 2026 erstmals Rennen in Gosau statt. Der oberösterreichische Ort ersetzt Lienz als Austragungsort der traditionell zwischen Weihnachten und Neujahr stattfindenden Technikrennen der Damen. Ende November und Anfang Dezember 2026 sowie im März 2027 sind Orte in Nordamerika im Zentrum des Weltcupgeschehens. In Asien finden während dieser Saison keine Rennen statt. Ein internationalerer Skiweltcup wurde in den letzten Monaten innerhalb der FIS diskutiert. Der für Brasilien startende Lucas Pinheiro Braathen sprach sogar kritisch darüber, dass es sich derzeit eher um einen "Europacup" handle. 

Weltmeisterschaft

In der ersten Februarhälfte wird die Saison durch die 49. Alpinen Skiweltmeisterschaften unterbrochen. Diese finden in Crans-Montana im schweizerischen Wallis statt. Mit dem Vorschlag, die Weltmeisterschaften jährlich abzuhalten, hat die FIS in den letzten Wochen für Diskussionen gesorgt. Wichtige Verbände haben sich dezidiert gegen diese Idee ausgesprochen, darunter der Österreichische Skiverband.

Favoriten

Bei den Damen führt an der erfolgreichsten Rennläuferin in der Geschichte des Skiweltcups, der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin, kein Weg vorbei, wenn es um den Gewinn des Gesamtweltcups geht. Ihre 110 Weltcupsiege sind ein absoluter Rekord, über beide Geschlechter hinweg. Sechsmal hat sie bereits die große Kristallkugel gewonnen. Ihre Ankündigung, heuer weniger Slalomrennen bestreiten zu wollen, könnte allerdings neue Möglichkeiten für die Konkurrenz eröffnen. Bei den Herren ist Marco Odermatt mit fünf Gesamtweltcupsiegen in Folge der große Favorit. Es stellt sich aber die Frage, welche Pausen er einlegen wird, entweder zur Regeneration oder um sich auf die Heim-WM fokussieren zu können.

Abwesende

Mit Federica Brignone und Sofia Goggia fehlen am Samstag zwei prominente Namen in der Startliste. Die Doppelolympiasiegerin Brignone ließ sich im August wegen einer im April 2025 erlittenen Knieverletzung operieren, während Goggia an den Folgen einer Viruserkrankung leidet. Auch Katharina Liensberger wird nicht am Start sein. Sie nahm zwar vor wenigen Tagen nach ihrer schweren Verletzung von Anfang Jänner das Training auf Schnee  wieder auf, wollte aber ihre Rückkehr in den Skiweltcup zeitlich noch nicht festlegen.  Ein prominenter Abwesender unter den Herren ist Aleksander Aamodt Kilde. Der Lebensgefährte von Mikaela Shiffrin war in den letzten Jahren vom Verletzungspech massiv heimgesucht worden. Vor kurzem zog er sich beim Training in Chile einen Riss an der Achillessehne zu und haderte mit seinem Schicksal. Möglicherweise steht sogar das Ende der Karriere bevor.

Rückkehrer

Ein Konkurrent, mit dem sich Kilde viele Duelle geliefert hatte, wird im Laufe des Winters wieder am Start stehen: der Franzose Cyprien Sarrazin. Nach seinem dramatischen Sturz Ende Dezember 2024 in Bormio, bei dem er sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zugezogen hat, wird sein Comeback besonders emotional sein. Die Slowakin Petra Vlhova, neben Shiffrin die dominierende Läuferin der jüngeren Vergangenheit, kehrt nach fast dreijähriger Abwesenheit ebenfalls in den Skiweltcup zurück, genauso wie Marcel Hirscher, der vermutlich bei den Slaloms im November zu sehen sein wird. 

 

 

 

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