Der Schweizer Franjo von Allmen hat sich in Bormio beim ersten alpinen Rennen der Olympischen Winterspiele von Milano und Cortina und zum Sieger der Abfahrt gekürt. Der Schweizer gewann in souveräner Manier vor zwei Italienern, Giovanni Franzoni und Dominik Paris.
Seit Jahrzehnten fand heute wieder einmal ein olympisches Abfahrtrennen auf einer Strecke statt, auf der auch im Weltcup jährlich gefahren wird. Die Stelvio erwies sich als würdige Olympiastrecke, und mit dem 24-jährigen Schweizer Franjo von Allmen stellte sich ein würdiger Olympiasieger ein. Der Berner Oberländer siegte mit einer waghalsigen, aber kontrollierten Fahrt 0,20 Sekunden vor dem Italiener Giovanni Franzoni, der zu Beginn der Saison noch mit Startnummern jenseits der 30 im Weltcup an den Start gegangen war. Auf Platz drei landete mit Dominik Paris (+ 0,50) ein weiterer Italiener; sehr zur Freude des Publikums in Bormio.
"Ich kann gar nicht beschreiben, was das für mich bedeutet", meinte ein strahlender von Allmen beim Interview mit dem ORF. Der Jungstar aus dem Berner Oberland, der als Frohnatur ein absoluter Publikumsliebling ist, erwies sich als Mann für Großereignisse. Schon im vergangenen Jahr hatte er sich in Saalbach den Weltmeistertitel in der Abfahrt geholt. Auch die Leistung von Giovanni Franzoni ist ob des großen Drucks beim Heimrennen hoch einzuschätzen. Der 24-jährige Italiener freute sich besonders darüber, mit seinem Jahrgänger von Allmen und seinem Landsmann und Idol Dominik Paris auf dem Podium zu stehen. Paris wiederum durfte nach einer langen und erfolgreichen Karriere seine erste olympische Medaille entgegennehmen.
Nichts zu holen gab es für Marco Odermatt, der 0,70 Sekunden hinter seinem Landsmann von Allmen auf Rang vier landete. Enttäuscht war er beim Interview, da er keine Fehler in seiner Fahrt feststellen konnte. Alexis Monney belegte den fünften Platz. Ohne Medaille blieben die Österreicher: Vincent Kriechmayr belegte den sechsten Rang, gefolgt von Damiel Hemetsberger. Dieser war - gezeichnet von seinem Trainingssprung - mit Nummer 1 an den Start gegangen.
(Foto: Gepa Pictures)