Dramatische Olympiaabfahrt der Damen

Anhand der Biografien zweier Sportlerinnen zeigte sich in der Olympischen Abfahrt der Damen die Dramatik des alpinen Skirennsports. Während die US-Amerikanerin Breezy Johnson als Siegerin strahlte, endete der Weg zur angestrebten Medaille ihrer Teamkollegin Lindsey Vonn im Spital.

Breezy Johson, die eigentlich Breanna Noble heißt, hatte nach den Trainingsfahrten in Cortina als Mitfavoritin gegolten. Die 30-jährige aus Wyoming konnte in ihrer Karriere noch nie ein Weltcuprennen gewinnen, ist aber amtierende Weltmeisterin in der Abfahrt. In der bisherigen Weltcupsaison war ein vierter Platz in der Abfahrt ihr bestes Ergebnis gewesen. Wie viele Athletinnen und Athleten aus den USA, wo Olympia einen ganz besonderen Stellenwert genießt, konnte sie zum richtigen Zeitpunkt im Zeichen der fünf Ringe ihre beste Leistung abrufen.

Nur die Deutsche Emma Aicher konnte mit Johnsons Fahrt mithalten. Sie machte das Rennen spannend und landete am Ende nur 0,04 Sekunden auf dem zweiten Platz. Damit durfte sie über ihre zweite olympische Medaille nach dem Teambewerb in Peking jubeln.

Sofia Goggia, die das olymische Feuer in Cortina entzündet hatte, landete auf der Trofana auf dem dritten Platz (+ 0,59). Die Goldmedaillengewinnerin von Seoul 2018 durfte sich in ihrer italienischen Heimat über eine weitere Olympiamedaille freuen. Schon viermal hatte sie im Weltcup auf dieser Strecke gesiegt.

Bei der Trofana handelt es sich ebenfalls um die bevorzugte Abfahrt der Amerikanerin Lindsey Vonn. Hier hätte sich die Geschichte ihres vielbeachteten Comebacks verdichten sollen. Trotz eines Kreuzbandrisses, den sie sich in Crans Montana zugezogen hatte, stand Vonn vor den Augen ihrer Familie am Start.. "Ich kenne meinen Körper und weiß, was ich ihm zutrauen kann", hatte sie zuvor gemeint. Das Drama endete nach wenigen Fahrsekunden mit einem Sturz, der allerdings nicht mit dem Knie zu tun hatte. Vonn musste mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.  Die Leistung ihrer Teamkollegin Jaqueline Wiles als Vierte stand dabei etwas im Schatten.

Das gilt auch für die österreichischen Damen, von denen Cornelia Hütte mit Platz fünf die beste Leistung zeigte. Ariane Rädler belegte in der Olympischen Abfahrt Rang acht, Mirjam Puchner Rang elf. Nina Ortlieb schied aus, blieb aber unverletzt. Die vier Schweizer Damen konnten mit den besten Läuferinnen nicht mithalten und blieben im Gegensatz zu den Herren ohne Medaille.

 

(Foto: Gepa Pictures)