Franjo von Allmen ist dreifacher Olympiasieger

Innerhalb von wenigen Tagen ist der erst 24-jährige Franjo von Allmen zum erfolgreichsten Schweizer Skirennläufer bei Olympischen Winterspielen avanciert. Nach den Erfolgen in der Abfahrt und ihm Teambewerb siegte der gelernte Zimmermann auch im heutigen Super-G.

Drei olympische Starts, dreimal Gold: Der Olympia-Debütant Franjo von Allmen schreibt innert fünf Tagen Schweizer Sportgeschichte. Vor dem 24-jährigen Berner Oberländer aus Boltigen schaffte es noch nie ein Schweizer - egal ob Mann oder Frau -, an den gleichen Winterspielen drei Goldmedaillen zu gewinnen. Der erst 24-jährige reiht sich damit in eine Reihe äußerst klingender Namen der Sportgeschichte ein. Nur Toni Sailer (1956 in Cortina) und Jean-Claude Killy (1968 in Grenoble) wares bisher als alpine Skirennläufer gelungen, drei Goldmedaillen bei denselben Olympischen Winterspielen zu gewinnen. 

 

„Es ist verrückt“, meinte ein wie immer strahlender von Allmen. „Ich wäre schon mit einer Goldmedaille zufrieden gewesen." Am Ende waren es sogar drei an der Zahl, wobei von Allmen die Bedingungen auch realistisch einschätzte: „Vielleicht hatte ich heute ein bisschen Glück mit der Piste, mit dem Schnee, mit dem frühen Start. Vielleicht war es nach mir etwas langsamer.“ Neben dem Schweizer strahlte vor allem der Amerikaner Ryan Cochran-Siegle. Er belegte mit nur 0,13 Sekunden Rückstand den zweiten Platz und durfte sich nach Peking 2022 über seine zweite olympische Silbermedaille im Super-G freuen. Diese nahm er vor den Augen seiner Mutter Barbara Ann Cochran entgegen, die 1972 die olympische Goldmedaille  im Slalom gewonnen hatte.

 

Als Favorit war Marco Odermatt mit Startnummer 10 ins Rennen gegangen. ER konnte die Zeit seines Landsmanns von Allmen nicht erreichen und landete mit 0,28 Sekunden auf dem dritten Rang. Aus seiner Reaktion sprach einige Enttäuschung, einerseits wegen der verpassten Goldmedaille, andererseits wohl auch, weil er zu diesem Zeitpunkt überhaupt an einer Medaille zweifelte. Letztlich konnte sich der Nidwaldener darüber freuen, nach Gold im Riesenslalom von Peking und Silber im Teambewerb von Milano und Cortina nun einen vollständigen Satz an olympischen Medaillen sein eigen nennen zu können. Mit dem Riesenslalom am Samstag bleibt ihm eine weitere Chance auf Gold in Italien; dann ohne seinen Konkurrenten von Allmen. Den bei Olympia undankbaren vierten Platz erreichte der Franzose Nils Alegre, nur 0,03 Sekunden hinter Odermatt.

 

Die österreichischen Herren konnten nicht in die Entscheidung um die Medaillen eingreifen. Teilweise war dies wohl auch auf die schlechter werdende Piste zurückzuführen. Die beste Leistung zeigte Raphael Haaser als Fünfter. Vincent Kirechmayr belegte den siebten Platz. Dazwischen landete der Italiener Giovanni Franzoni. Pech hatte dessen Teamkollege Dominik Paris in seinem wohl letzten olympischen Rennen. Ohne eigenes Verschulden löste sich ein Ski während seiner Fahrt; Paris konnte einen Sturz allerdings vermeiden.

 

(Foto: Gepa Pictures)