Die erste Goldmedaille für Österreich bei den Alpinbewerbe der Olympischen Spiele geht an Ariane Rädler und Katharina Huber. Die beiden gewannen den Teambewerb der Damen vor des Duos Weidle-Winkelmann/Aicher aus Deutschland und Wiles/Moltzan aus den USA.
Dass am Ende des Rennens das Team Austria II ganz oben auf dem Siegerpodest stehen würde, war selbst für die Beteiligten überraschend. Die beiden Jahrgängerinnen (geboren 1995) standen in Jugendtagen häufig bei Rennen gegeneinander am Start. Von den Weltcupständen her waren sie nicht die Erstgereihten aus Österreich gewesen, diese Rolle kam dem Team Austria I mit Cornelia Hütter und Katharina Truppe zu. Die beiden beendeten den Teambewerb letztlich auf dem fünften Platz.
Die große Überraschung war hingegen der vierte Platz für das Team USA I mit Breezy Johnson und Mikaela Shiffrin. Das Duo der Olympiasiegerin in der Abfahrt und der mit Abstand erfolgreichsten Slalomläuferin aller Zeiten hatte vorab als praktisch unschlagbar gegolten. Das galt umso mehr, als Johnson in der Abfahrt des Teambewerbs wiederum die beste Zeit erreicht hatte, wenn auch nur mit einem knappen Vorsprung von 0,06 Sekunden auf Ariane Rädler. Mikaela Shiffrin verlor im Slalom für ihre Verhältnisse ungewöhnlich viel Zeit, sodass letztlich für die beiden Favoritinnen nur der vierte Platz blieb. Ihre Teamkolleginnen Jaqueline Wiles und Paula Moltzan durften sich aus diesem Grund über die Bronzemedaille freuen.
Besonders eindrucksvoll war die Leistung von Emma Aicher. Die Silbermedaillengewinnerin der olympischen Abfahrt ging im Teamwettbewerb im Slalom an den Start, nachdem ihre Kollegin Kira Weidle Winkelmann in der Abfahrt den sechsten Rang erreicht hatte. Aicher zeigte eine hervorragende Leistung im Slalom und die schnellste Zeit, eine ganze Sekunde schneller als Mikaela Shiffrin. Damit stellte sie deutlich unter Beweis, dass sie derzeit die beste Allrounderin im alpinen Skirennlauf ist. Das deutsche Team musste sich letztlich nur um 0,05 Sekunden den österreichischen Olympiasiegerinnen geschlagen geben.
Die Vorarlbergerin Rädler und die Steirerin Huber ließen sich im Ziel feiern, für beide war die Goldmedaille der absolute Karrierehöhepunkt. Vor vier Jahren war Huber bereits im Teambewerb von Peking siegreich gewesen, damals allerdings nur als Ersatzfahrerin ohne Renneinsatz. "Man sieht, dass bei diesem Bewerb alles zusammenpassen muss", erklärte sie im Interview mit dem ORF. Ariane Rälder konnte ihren Triumph gar nicht fassen, war ihre Karriere nach vier Kreuzbandrissen doch schon mehrfach vor einem drohenden Aus gestanden.
(Foto: Gepa Pictures)