Zweimal Schweiz, einmal Österreich beim Teambewerb der Herren

Vier Schweizer und zwei Österreicher standen beim olympischen Teambewerb in Bormio am Podium. Franjo von Allmen kürte sich dabei zum ersten Doppelolympiasieger in der Geschichte des alpinen Skirennsports in der Schweiz überhaupt.

Nach der Premiere bei den alpinen Skiweltmeisterschaften im vergangenen Jahr erwies sich die Teamkombination erneut als attraktiver Bewerb. Dabei gehen jeweils ein Abfahrtsläufer und ein Slalomläufer eines Landes gemeinsam als Team an den Start. Die Zeiten werden addiert, wobei im Slalom in gestürzter Reihenfolge nach dem Abfahrsergebnis gestartet wird. Das sorgt für Spannung, wobei der Teamgeist in den Fernsehbildern deutlich wird; in einer Sportart, die üblicherweise eher von Individualisten ausgeübt wird.

 

Das Ergebnis war nach der Abfahrt in dieser Form nicht vorauszusehen gewesen. Als Schnellster hatte diese der Italiener Giovanni Franzoni beendet. Sein Teamkollege Alex Vinatzer konnte dem Druck vor heimischem Publikum allerdings nicht standhalten. Die beiden beendeten das Rennen auf Rang sieben, und Vinatzer musste von Franzoni getröstet werden. Noch schlechter lief es für Daniel Yule, der nach Rang zwei seines Teamkollegen Alexis Monney im Slalom auf den zwölften Platz zurückfiel. So durfte am Ende der Abfahrtsolympiasieger Franjo von Allmen jubeln, obwohl er nicht ganz an seine Leistung vom Samstag anschließen hatte können. Eine ausgezeichnete Slalomleistung seines Teamkollegen Tanguy Nef sicherte den beiden am Ende die Goldmedaille. Letzterer erwies sich einmal mehr als Teamplayer, hatte er doch schon bei der WM in Saalbach Silber in diesem Bewerb gewonnen. 

 

Für Marco Odermatt endete der Teambewerb im Gegensatz zur Abfahrt versöhnlich. Gemeinsam mit Loic Meillard durfte er am Ende über Silber jubeln, seine zweite olympische Medaille nach Gold im Riesenslalom in Peking vor vier Jahren. Meillard unterstrich ebenso wie Tanguy Nef seine Stärke im Slalom. Solches gilt auch für Kitzbühel-Sieger Manuel Feller, der seinem Kollegen Vincent Kriechmayr ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Dieser war nach 1,25 Sekunden Rückstand in der Abfahrt sehr enttäuscht gewesen und hatte nicht mehr mit einer Medaille gerechnet. Im Schlussteil sei ihm schlicht die Kraft ausgegangen, erklärte er im Interview. Ein entfesselnder Slalom von Manuell Feller sicherte den beiden "Oldies" (Eigenzeichnung) schließlich die erste Medaille für Österreich bei den alpinen Bewerben.

 

Der undankbare vierte Rang ging an das Team Österreich 4 mit Raphael Haaser und Michael Matt. Sie verpassten um nur 0,03 Sekunden eine Medaille. Matt konnte zumindest ein gutes Gefühl für den Slalom am nächsten Montag entwickeln. Platz fünf ging an das beste italienische Team mit Dominik Paris und Tommaso Sala, gefolgt vom besten französischen Team mit Nils Alegre und Clement Noel. Am meisten strahlte einmal mehr der Schweizer Franjo von Allmen. Mit seinen 24 Jahren ist er schon Doppelolympiasieger - und war entsprechend in den Interviews zu Scherzen aufgelegt.

 

(Foto: Gepe Pictures)